Musiktherapie bei AD(H)S

AD(H)S - eine Diagnose passend zu unserer Zeit und Gesellschaft.

 

Wer eine Aufmerksamkeits-Defizit-(Hyperaktivitäts)-Störung diagnostiziert bekommt,

hat vielleicht zuerst einmal eine Erklärung dafür, warum sich das Leben in der Gesellschaft und die Kommunikation mit anderen Menschen für ihn oder sie erschwert anfühlt.

'Du träumst zuviel!' - 'Du kannst nicht stillsitzen!' - 'Keine Konzentration!'....'Du kannst da nicht mithalten!'

Genormte Ziele und vorgegebene Tempi und Leistungsniveaus können nicht mehr erreicht werden - immer tiefer verankert werden die Erlebnisse des persönlichen Scheiterns.

 

Was für Kinder ein schnelles Stigma bedeuten kann, ist für Erwachsene manchmal eine Art 'Erleichterung', wenn sie durch die Diagnose einordnen können, was ihnen schon lange den Alltag erschwert.

Doch wie geht es weiter mit dem Wissen?

Sind Medikamente notwendig?

Weshalb diese Diagnose, wenn z.B. in anderen Bereichen möglicherweise eine hohe Begabung erkennbar ist?

 

 

Therapeutische Unterstützung und Begleitung ist bei einem ADS oder ADHS eine gute Wahl, um vor allem am Selbstwert und an der Verbesserung eigener Ressourcen und Möglichkeiten zu arbeiten.

 

Die Musiktherapie setzt da an, wo es um das eigene Tempo geht.

Musik kann dem Durcheinander einen festen Rahmen geben!

Um Freiheit - es ist ok, wie ich bin.

Um verlorenes Selbstvertrauen und vergessenen Selbstwert.

Um Verbesserung der Motorik, um Entspannung.

Um Entfaltung von Begabung(en).

Den eigenen Rhythmus, das erlaubte Chaos und die zu übende Struktur.

Die Konzentration auf eine Tätigkeit, die Spass macht, auszubauen, zu verlängern.

Um Erlernen des aktiven Zuhörens im Spiel und im Dialog.

Und damit nicht zuletzt um Lebensfreude, um gelungene Kommunikation.

 

 

 

Ich habe mit dieser Diagnose viel therapeutische Erfahrung, die ich u.a. durch meine Tätigkeit an der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie am UKE Hamburg, sowie auch lange Jahre in der kinder- und jugendpsychiatrischen Praxis Dr. med. Bachmann in Hamburg, auf die Diagnostik und Symptomatik von AD(H)S und/oder Hochbegabung spezialisiert, gesammelt habe.

 

Besonders mit Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen haben Psychotherapien mit Zuhilfenahme von Musiktherapie eine die Symptomatik stark verbessernde Wirkung gezeigt.

Tiefenpsychologisch arbeite ich hier mit Kindern wie auch Erwachsenen thematisch an frühkindlichen Bindungsmustern und mit dem Blick auf das 'System Familie' im Hintergrund.

Es geht in der Therapie vor allem um: Entlastung, Entspannung.

Für noch kleinere Kinder muss es keine erkennbar klassische Therapiesituation sein, was eine Stigmatisierung zusätzlich zu verhindern hilft!

Durch das szenische Spiel und Erleben auf Instrumenten bekommt das Setting einen spielerischen, ungezwungenen Charakter.

 

Oft machen Kinder und Jugendliche mit einem Aufmerksamkeitsdefizit in Institutionen wie Kindergarten und Schule schon erste Erfahrungen mit Mobbing, die den Selbstwert in einer so wichtigen Phase der Persönlichkeitsentfaltung tiefgreifend prägen können - so daß eine 'Negativspirale' in Gang gesetzt wird, aus der nur mit Unterstützung von außen wieder herausgefunden werden kann.

 

Während viele Erwachsenen, bei denen erst später 'eingeordnet' wird, was sie vielleicht länger schon ahnen, sich mit ihren Belastungen mehr schlecht als recht arrangiert haben, besteht bei Kindern und Jugendlichen meist dringender Handlungsbedarf und  je früher Hilfe in Anspruch genommen wird, desto effektiver und schneller sind die Verbesserungen beim Einzelnen.

 

 

Sollte Sie eine solche Unterstützungsmöglichkeit ansprechen, so stellen Sie sich oder Ihr Kind gerne vor!