Mutter-Kind-Musiktherapie

Ein Kind kommt auf die Welt. Über neun Monate war es umgeben von 'Musik', im Bauch der Mutter hat es den Herzschlag, Rauschen, den Klang ihrer Stimme und Geräusche und Stimmen von außen gehört. Das Ohr ist das Sinnesorgan, das sich intrauterin als erstes fertig ausbildet.

So hat es Musik als etwas erlebt, das es in Geborgenheit und Sicherheit umgibt.

 

Im besten Fall entsteht und gelingt die Mutter-Kind-Bindung von Beginn an auf natürliche Weise und wird tragfähig, haltgebend und vertrauensstärkend.

 

Was jedoch, wenn diese Bindung nicht gleich gelingt, oder erschwert ist?

Wenn sich eine Dynamik zwischen beiden entwickelt, die einer positiven Entwicklung im Wege steht?

Wenn die eigene Kindheit nicht als positiv empfunden und erinnert wird?

Wenn sich Bindung und Autonomie im Wege zu stehen scheinen?

Wenn zusätzlich Partnerschaftskonflikte bestehen oder entstehen?

Wenn das Baby nicht schläft, viel schreit oder nicht genug trinkt?

Wenn die Erschöpfung immer größer wird?

 

In dieser sensiblen Zeit der Familienwerdung ist es wichtig, daß die Mutter Unterstützung erfährt, und sie die Möglichkeit bekommt, alle Seiten ihrer neuen Mutterrolle zu erfahren und die dabei entstehenden Gefühle ausdrücken zu dürfen.

Besonders sollen Möglichkeit entstehen, den Emotionen und Gedanken Raum zu geben, die in unserem uns von außen vorgegebenen Rollenbild als Mutter nicht 'akzeptabel' erscheinen und oft mit einem schlechten Gewissen belegt sind. 

 

In der Musiktherapie arbeite ich mit Mutter und Kind zusammen, bei Bedarf mit der Mutter im Einzelkontakt biografisch mit Fokus auf das innere Kind.

 

Musik knüpft unmittelbar an die frühe Zeit vor der Geburt an und ermöglicht der Mutter einen nonverbalen Zugang zu ihrem Kind. Viele Mütter erfahren und lernen oft in einer Musiktherapie, wie sie durch selbstgemachte Musik auf einfachem Niveau in der Beziehung zu ihrem Kind sehr viel bewirken können, z.B. durch selbstgesungene Kinder - und Schlaflieder. 

 

Mutter und Kind lernen in der Musiktherapie, spielerisch aufeinander zu und wieder voneinander weg zu gehen und sowohl zusammen, als auch 'getrennt' zu klingen. Therapeutisches Ziel ist eine gelingende Kommunikation zwischen beiden. Hier können sich beide ausprobieren. 

 

Wie geht es meinem (inneren) Kind?

Wie reagiert mein Kind auf meine (Sing-)Stimme?

Wie reagiere ich auf mein Kind?

Was brauche ich, was braucht mein Kind, was verbindet und trennt uns?

Wie kann ich meine Emotionen und die meines Kindes erkennen und damit umgehen?

Wie war ich als Kind? Was ist noch offen, unerledigt, unbewältigt?

 

Vor allem geht es um Musik - um eine stärkende, Halt gebende Atmosphäre, die mit viel Achtsamkeit und Respekt im Umgang miteinander Geborgenheit schafft, um Autonomie und Bindung klingen und gelingen zu lassen.

 

Auf Wunsch kann auch der Vater des Kindes ins Setting miteinbezogen werden.